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Hammerwand: Anspruchsvolle Traumtour im Schlerngebiet abseits vom Trubel
Hammerwandtour im Überblick
Startpunkt: Parkplatz Weißlahnbad (1.174 m)
Höchster Punkt: Hammerwand-Gipfel (2.123 m)
Höhenmeter: ca. 1.050 m im Aufstieg, gesamt ca. 1.200 m im Abstieg
Gehzeit: ca. 6 bis 7 Stunden
Schwierigkeit: anspruchsvoll, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit nötig
Beste Jahreszeit: Juni bis Oktober
Startpunkt: Weißlahnbad & der steile Anstieg durch die Bärenfalle
Wenn ihr Lust auf eine aussichtsreiche, fordernde und wenig begangene Wanderung im Schlerngebiet habt, dann ist die Tour zur Hammerwand genau das Richtige. Wir sind früh morgens gestartet, in weiser Voraussicht, dass diese Runde alles andere als ein Spaziergang werden würde. Unser Auto stellen wir am Parkplatz Weißlahnbad in Tiers ab. Von hier führt uns der Wanderweg Nr. 2 durch die sogenannte Bärenfalle – und der Name kommt nicht von ungefähr! Der Legende nach soll es hier einst eine Bärenfalle gegeben haben, die früher wirklich zum Schutz der Almbewohner diente. Heute steht der Name sinnbildlich für das steile, schattige und schroffe Gelände, in dem schnell viele Höhenmeter überwunden werden. Zu Beginn kommt man an eine Naturhöhle vorbei, dem Tschetterloch. Hier sprudelt ein Bach aus den Dolomitengestein. Steil führt der schmale Weg an schroffen Felswänden entlang. Weiter oben wurden Holzplanken und Brücken in den steilen Abhang gehauen.
Über schmale Pfade und ständiges Auf und Ab zur Hammerwand
Nach der Bärenfalle biegen wir auf den Wanderweg Nr. 9 ab – und hier beginnt das berüchtigte Auf und Ab. Rechts geht es Richtung Schlern. Die Hammerwand ist bekannt für ihre ständig wechselnden An- und Abstiege. Für die Beine ist das ein abwechslungsreiches Training, für den Kopf aber trügerisch. Nach jeder erklommenen Felsnase glaubt man, jetzt müsste doch endlich das Gipfelkreuz auftauchen. Doch weit gefehlt — die Tour zieht sich wie Kaugummi.
Schmale Pfade, schroffe Felsformationen und urige Bergkiefern säumen unseren Weg. Die einzigen Geräusche sind das leise Rauschen des Windes und das Krächzen der Dohlen hoch oben. Wolken zogen vom Tal herauf, umhüllten uns in feuchten Dunst bevor sie in der starken Morgensonne verdampften. Ein einmaliges Spektakel, das wir bei einer kleinen Verschnaufpause genossen.
Nervenkitzel & Gipfelglück
Kurz vor dem Gipfel wird das Gelände ernsthaft alpin: Eine ausgesetzte Stelle mit steilem Abgrund verlangt nach guter Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Ein fest verankertes Drahtseil bietet hier zum Glück die nötige Sicherheit. Hierzu muss gesagt werden dass es zwei solche Stellen gibt, die man überwinden muss. Ich persönliche würde diese Tour nur mit erfahren und trittsicheren Kindern laufen.
Mehrmals klettert man an Felsen entlang, dann, ganz typisch für die Hammerwand, wieder einige Höhenmeter hinab — und, wie könnte es anders sein — erneut bergauf. Immer wieder erhascht man einen Blick auf das Gipfelkreuz, doch die Wahrnehmung täuscht. „Nur noch diesen Kamm überqueren…“ — denkste. Noch ein Anstieg. Noch ein Abstieg.
Und dann endlich: das riesige Gipfelkreuz der Hammerwand auf 2.128m! Was für ein Moment! Umgeben von imposanten Gipfeln, mit Blick auf den Schlern und die Rosengartengruppe. Bergkiefern säumen den Weg, die einzigen Geräusche kommen von den neugierigen Dohlen.
Wichtige Tipps & Ausrüstung
Für diese Wanderung solltest du unbedingt ausreichend Proviant und Wasser mitnehmen, da die erste Einkehrmöglichkeit erst beim Abstieg erreicht wird.
Haltet unbedingt das Wetter im Auge. Startet nur wenn stabiles Wetter vorhergesagt ist.
Hier ein paar persönliche Empfehlungen, die uns auf dieser Tour gute Dienste geleistet haben:
Wanderrucksack– super Rückenbelüftung, viele praktische Fächer.
faltbare Stöcke – leicht, stabil und gerade beim steilen Auf- und Abstieg Gold wert.
Thermo-Trinkflasche – hält Getränke stundenlang kalt oder warm.
Wanderhut– sinnvoller Schutz bei längeren sonnigen Etappen auf dem Kamm.
Komoot Hammerwand genaue Beschreibung über Höhenmeter
Abstieg über die Tschafonhütte – oder alternativ von hier aus starten
Der Abstieg führt uns über die Tschafonhütte (1.737 m). Eine urige Alm mit regionaler Küche, Gemüse aus dem eigenen Garten und dem legendären Brennnesselomlett — eine echte Empfehlung!
Sanfte Almwiesen und weite Ausblicke laden zum Verweilen ein, aber wir hatten diesmal ein anderes Ziel…
👉 Tipp:
Wer die Hammerwand-Wanderung etwas weniger fordernd angehen möchte, kann die Tour auch in umgekehrter Richtung laufen. Vom Parkplatz Weißlahnbad über Weg Nr. 3 oder 4 gemütlich zur Tschafonhütte wandern (ca. 1,5–2 Stunden), dort einkehren und von hier aus in ca. 1 Stunde 45 Minuten zum Hammerwand-Gipfelkreuz aufsteigen.
Der Anstieg ab der Tschafonhütte ist zwar ebenfalls anstrengend, aber deutlich angenehmer und gleichmäßiger als über die steile Bärenfalle.
Wer mag, kann anschließend denselben Weg zurück nehmen — ideal für alle, die schonend Höhenmeter sammeln und trotzdem das spektakuläre Panorama genießen wollen.
Belohnung an der Tschaminschwaige
Egal ob du den Abstieg über die Tschafonhütte nimmst oder von dort gestartet bist — der krönende Abschluss wartet an der Tschaminschwaige. Hier gibt’s den riesigen wohlverdienten Freundschaftseisbecher. Ein echtes Highlight nach dieser anspruchsvollen Runde, mit reichlich Eis, frischen Früchten und Sahne — perfekt, um die Energiereserven wieder aufzufüllen.
Direkt daneben plätschert ein glasklarer Gebirgsbach. Ideal, um die geschundenen Wanderfüße ins eiskalte Wasser zu tauchen und sich nach der Tour ein wenig Abkühlung zu gönnen. Mehr Entspannung geht kaum.
Fazit
Die Wanderung zur Hammerwand im Schlerngebiet ist nichts für Anfänger, aber ein absolutes Highlight für alle, die einsame Bergpfade, schroffe Felsen und grandiose Ausblicke lieben. Die Kombination aus steilen Anstiegen, dem endlosen Auf und Ab und dem alpinen Charakter mit drahtseilgesicherten Stellen macht diese Tour zu einer echten Herausforderung — körperlich und mental. Der Weg fordert Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, belohnt dafür aber mit einer einmaligen Aussicht auf das Schlerngebiet und die Rosengartengruppe.
Ein echtes Plus: Die Möglichkeit, die Tour andersherum über die Tschafonhütte zu gestalten, macht sie auch für weniger geübte Wanderer interessant, ohne auf das Gipfelerlebnis verzichten zu müssen.
Unser Fazit:
Wer Ruhe, Herausforderung und Naturgenuss sucht — und bereit ist, dafür zu schwitzen — der wird die Hammerwand lieben.
Weitere Wandertipps:
Hier kommt ihr zum Blogartikel über die Wanderung zur Santnerpasshütte
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