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Von Västeras aus starteten wir weiter Richtung Norden. Die Zeit rannte uns davon. Wir wollten doch bis Lappland. Realistisch gesehen war es ehr unwahrscheinlich, dass wir noch hoch durch Schweden kommen würden mit dem Wohnmobil. Die Kinder hatten nicht mehr viel Lust so viele Stunden zu fahren. Wir merken dass wir die Distanzen heillos unterschätz hatten. Das Camping in Schweden sollte für die Kinder doch positiv in Erinnerung bleiben.

Gävle – Mittsommernacht in Schweden

Unsere Vorräte gingen dem Ende zu. Bei Gävle fanden wir ein großes Einkaufszentrum. Da es anfing zu regnen hatten wir die perfekte Nachmittagsbeschäftigung gefunden! Shopping… Die Kinder konnten endlich ihr Taschengeld ausgeben, lange hatten sie auf einen Spielzeugladen gewartet. Nach erfolgreicher Ausbeute suchten wir uns einen Stellplatz am Meer. Das Wetter meinte es nicht gut mit uns. Starker Regen, tiefe Temperaturen und Wind.

Der nächste Morgen war immer noch nass und kalt. Der Wetterbericht zeigte für den Norden Schwedens viel Regen an. Ein kurzer Spaziergang am Strand brachte Klarheit in unsere Reisepläne. Wir entschieden nicht weiter in den Norden Schwedens zu fahren. Schweren Herzens ging es dem guten Wetter entgegen, Richtung Stockholm.

StockholmCampingplatz in der City

Gegen Mittag kamen wir in Stockholm an. Ich hatte uns einen Campingplatz so nahe wie möglich an Innenstadt Stockholms ausgesucht. Perfekt für Stadtbesichtigungen: Klubbensborgsvägen heißt der herrlich ruhiger, kleiner Campingplatz direkt am Mälar, neben einem Yachtclub. Die U-Bahnstation (Mölarhöjden) nach Stockholm Zentrum ist in 10 Minuten zu Fuß zu erreichen. Der Campingplatz verfügt über eine große Wiese. Es gibt sogar eine Küche mit vielen Utensilien und eine Waschmaschine plus Trockner! Eine tolle Badestelle am Mälar wurde gleich ausprobiert und wir hatten unseren Spaß im Wasser. www.klubbensborg.se/boende/camping/

Gegen Nachmittag ging es dann los um Stockholm zu besichtigen. Die U-Bahn Station findet man leicht, nach 15 Minuten Fahrt kommt man schon mitten in Stockholm an. Als erstes wurde gepicknickt an einen der vielen Kanäle. Essen und dabei Schiffe gucken, Gänse füttern und die Radfahrer mit ihren interessanten Helm Airbags beobachten. Gut gestärkt, mit viel Motivation gings zur Stockholm City Hall. Frei zugänglich mit toller Aussicht auf den Malaren See liegt das Gebäude, mit den großen Zeremonienhallen.

Weiter gings in die Altstadt Stockholms. Wir erkundeten die schmalen Gassen, beguckten die bunten Häuser und waren einfach nur happy wie toll unsere Kinder die Stadtbesichtigung mitmachten. So viele nette, kleine Läden! Am besten gefiel den Kindern die Bäckerei mit den unzähligen Zimtschnecken, den Kanelbullar! Auch das Retro-Süßwarengeschäft hatte es den Kinder angetan. Wir Erwachsenen bekamen natürlich auch große Augen, bei der Auswahl an Karamell Bonbons. Ein paar Mitbringsel wurden gekauft, sowie mehrere Sorten an wunderschönen, handgemachten Süßigkeiten.

Viel zu spät Abends kamen wir aus Stockholm wieder am Campingplatz an. Die langen Tage hatten unseren Schlafrhythmus komplett nach hinten verschoben. Unsere Kinder gingen selten vor 22 Uhr ins Bett. Uns Erwachsenen viel auch auf, dass wir mit sehr viel weniger Schlaf auskamen. Für den nächsten Tag planten wir das Vasa-Museum zu besuchen und dann weiter hinauf auf die Schären- Inseln vor Stockholm zu fahren.

Am nächsten Morgen wurde noch schnell die Waschmaschine genutzt. Da auch ein Trockner bereit stand, entschied ich noch eine zweite Ladung zu waschen. Ein großer Fehler wie sich später heraus stellte. Der Trockner funktionierte nicht richtig und spuckte die Wäsche nass aus. Wir mussten den Campingplatz bis 12 Uhr verlassen, was tun mit der ganzen nassen Wäsche? Kurzerhand hängten wir kreuz und quer durch das Wohnmobil Wäscheleinen auf. Not macht erfinderisch. Zum endsetzen der Kinder starteten wir, mit kunstvoll aufgehängter Wäsche, die während der Fahrt lustig vor sich hin schaukelte.

Wir fanden am Rande eines Feldes, einen perfekten Parkplatz ganz in der Nähe des Vasa-Museums. Das Museum ist bekannt für das Kriegsschiff Vasa, das am besten erhaltene Schiff des 17. Jahrhundert. Es versankt 1628 vor Stockholm und wurde nach 333 Jahre vom Meeresboden geborgen. Den imposante Kulturschatz bestaunt man, in dem eigenes für das Schiff erbaute Museum. Ein Besuch ist wirklich zu empfehlen, wir waren total begeistert! Auch den Kindern hatte das ganze Museum super gut gefallen. Es gibt mehrere Interaktive Räume, extra für Kinder, was den Besuch richtig spannend macht.

Nynäshamntraumhafter Stellplatz

Nach unserem Kulturprogramm fuhren wir weiter nach Nynäshamn. Im Wohnmobil schaukelte weiter die trocknende Wäsche vor sich hin. Wir machten halt am Lidl in Nynäshamn. Dort füllten wir unsere Vorräte auf. Dann irrten wir mit dem Wohnmobil durch die Stadt, auf der Suche nach einem schönen Stellplatz für die Nacht.

Unser Navi hatte Probleme oder wir waren etwas unkonzentriert, eins war klar, wir fuhren im Kreis. Sogar den Kinder viel die auf dass wir die Gegend schon einmal vor ein paar Minuten passiert hatten. Da war er plötzlich, unser zweiter Elch! Wir trauten unseren Augen nicht… mitten auf der Kreuzung lag die riesige Elchkuh. Traurig, so ein wunderschönes Tier, verwundet zu sehen. Der Unfall muss gerade erst passiert sein, da wir ja erst an der Kreuzung vorbei kamen.

Die lange Stellplatzsuche hatte sich ausgezahlt, an einer wunderschönen, schmalen Panoramastraße fanden wir eine Parkbucht für unser Wohnmobil. Das Meer lag vor uns, die Kiefern gaben uns Schatten. Die Kinder hatten ihren Spaß und kletterten auf den Steinen herum. Ab und zu kam ein Auto vorbei, was aber kaum störte. Zum baden eignete sich der schöner Stellplatz in Schweden weniger, wegen der großen Steine. Trotzdem blieb uns dieser Stellplatz in schöner Erinnerung.

Helgenäs noch ein wunderschöner Stellplatz

Nach einer entspannten Nacht an unserem entspannten Stellplatz am Wasser fuhren wir weiter durch Schweden. Die Kinder wollen noch unbedingt den Katthult Hof von Michel aus Lönneberga sehen. Also weiter mit dem Wohnmobil durch Südschweden. Wir kamen bis Helgenäs, dort hatte ich einen viel versprechenden Stellplatz bei Park4Night gefunden.

Wir wurden nicht enttäuscht! Direkt am Wasser, mit tollem Steg und kleinem Spielplatz. Auf einer großen betonierten Fläche fand man hinter dicken Büschen viele Plätze. Ein paar andere Camper waren schon da, störte durch die Größe des Platzes aber überhaupt nicht. Den Nachmittag verbrachten wir wieder mal mit schwimmen. Wir hätten nicht gedacht das wir in Schweden so warmes Wetter haben würden. Abends verbrachten wir noch viel Zeit am Spielplatz, bis uns die Mücken zu lästig wurden.

Der nächste Morgen versprach wieder viel Sonnenschein. Nach einen gemütlichen Vormittag entschieden wir auf einem Campingplatz zu fahren da wir entleeren und auffüllen mussten.

Loftahammar Campingplatz

Der Hallmare Havsbad Campingplatz hat keine festen Parzellen und liegt direkt an einem tollen Sandstrand. Nach dem wir all unsere Wohnmobil Versorgungssachen erledigt hatten ging es wieder ins Wasser. Nachmittags wurden Sandburgen gebaut und die Kinder hatten ihre Freude am nahe gelegenen Spielplatz. Wir merkten, die viele Fahrerei hatte uns schon ziemlich gestresst. Es war sehr entspannend, nicht wie sonst, mehrere Stunden am Tag mit der Fahrerei durch Schweden zu verbringen.

Wir verbrachten den restlichen Tag mit langen Skip-bo Kartenspielen, genossen die Abendstimmung mit den langen hellen Stunden der Mittsommernacht. Campingplatz Hallmare

Katthult Hof Lönneberga

Wir überlegten kurz, ob wir noch eine Nacht auf dem entspannten Campingplatz bleiben sollten. Ein Blick auf die Karte zeigte: Endlich waren wir wieder in der Nähe von Mariannelund so das wir den Kindern ihren Ausflug zu Michel aus Lönneberga versprechen konnten. Wieder war es wirklich sehr heiß, gegen Mittag erreichten wir den Katthult Hof. Ich muss gestehen, ich war gleich aufgeregt wie die Kinder!

Dieses Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben und jetzt mitten drin zu sein war total komisch. Der Katthult Hof ist wirklich wie aus dem Film. Wunderschön mit den roten Häusern, den Tieren und der schwedischen Fahne! Man meint fast, Michel könnte gleich ums Eck kommen, so authentisch ist alles geblieben.

Der Tischlerschuppen, die Trissebude und das Familienhaus. Sogar das berühmte Zaungatter auf dem sich Michel ein paar Öre beim öffnen und schließen verdiente. Alles genau wie man es in Erinnerung hatte.

Uns hat der Katthult Hof super gut gefallen und ich empfehle allen Familien die in Schweden sind, dort vorbei zu schauen. Es ist wirklich eine ganz tolle Erfahrung.

Wir macht noch einen kurzen Abstecher nach Büllerbü. Leider kamen wir zu spät an. Das Gelände war schon geschlossen, ohne Führung ist es nicht gestattet den Nord, Süd und Mittelhof zu besichtigen. Sehr schade, ich liebe die Geschichten von den Kindern aus Büllerbü. Natürlich war auch die große Tochter traurig. Trotzdem, wir hatten den Hof von Michel aus Lönneberga gesehen! Das war so toll, dass wir schnell über die Enttäuschung hinweg kamen. Wir fuhren weiter Richtung Süden, suchten uns einen See zur Abkühlung und eine Stellplatz für die Nacht.

Für den nächsten Tag hatten wir einen besonderen Ausflug geplant.

Moose Farm – Elchsafari

Auf Elchsafari in Schweden

Die Elche hatten es uns besonders angetan. Da wir auf dem nach Heimweg quasi direkt an einer Elchsafari vorbei kamen, war für uns klar, wir wollen noch mehr Elche sehen. Mit einem Zug oder dem privat Auto fährt man durch den Wald und hofft die Elche lassen sich blicken. Man bekommt einen Zweig, den die Elche lieben. Sofort kamen sie angelaufen und schnappten sich den Leckerbissen. Elch Safari

Ein tolles, aufregendes Erlebnis die Elche so hautnah zu bestaunen. Wunderschöne Tiere! Elche haben seit dem Schwedenurlaub, einen Patz in unseren Herzen gefunden. Nach der Safari gab es zum krönenden Abschluss Waffeln mit Sahne und Vanilleeis!

Abschied nehmen von dem wunderschönen Schweden

Leichte Wehmut machte sich breit. Nur noch eine Nacht in Schweden. Die Zeit verging wie im Fluge. Wir fuhren noch bis an die Küste, oberhalb von Helsingborg auf einen Campingplatz. Die Kinder bemängelten sie wären noch in keinen Schwimmbad in Schweden geschwommen. Nur in so vielen verschieden Seen…

Also suchten wir einen Campingplatz mit Schwimmbad aus. Schnell stellte sich heraus, die Küste ist sehr viel voller als all die Plätze, die wir bisher gesehen hatten. Massenabfertigung am Empfang. Eine untertags laute Hauptstraße direkt am Campingplatz. So hatte ich mir die letzte Nacht in Schweden nicht vorgestellt. Aber die Kinder waren glücklich mit ihrem Schwimmbad. Abends machte ich noch einen längeren Spaziergang an der Nordseeküste entlang um mich, von diesen wunderschönen Schweden zu verabschieden.

Am frühen Vormittag starteten wir unseren langen Rückweg. Wir hielten noch an einem großen Supermarkt um ein paar Lebensmittel aus Schweden einzukaufen. Besonders gut schmeckte uns das Vasa Knäckebrot mit Chiasamen, diese Variante hatten wir noch nie zuvor probiert. Von Malmö fuhren wir über die Öresund Brücke nach Dänemark. Die Tickets für die Brücke kann man problemlos Online kaufen. Wohnmobile sind etwas teuer als normale PKWs. Die Fahrt über die Öresund Brücke ist grandios: das offene Meer, die mächtigen Brückenpfeiler und dann das große Tunnelloch vor Kopenhagen. Wirklich ein Erlebnis!

Ganz spontan ergatterten wir noch ein Fährticket von der dänischen Stadt Gedser aus nach Rostock. Für uns die kürzeste Strecke, bis nach Hause in Südtirol. Die Fähre von Gedser braucht zwei Stunden bis Rostock. Wir hatten ziemlich starken Seegang. Nichts für schwache Mägen, so wie den meinigen. Alles klapperte und schwankte. Die Kinder fanden es richtig lustig. Für meinem Mann half gegen die Übelkeit das Wundermittel Pommes Frites.

Ab Rostock regnete es ununterbrochen. Nach unseren wirklich hervorragenden Wetter in Schweden, war es ganz ungewohnt den prasselnden Regen auf dem Wohnmobildach zu hören. Wir fuhren bis spät in die Nacht. Auf der Höhe von Nürnberg suchten wir eine Weile, bis wir einen geeigneten Parkplatz fanden. Am nächsten Morgen ging es im strömenden Regen weiter bis nach Hause in Südtirol.

Fazit unserer Reise durch den Süden von Schweden

Schweden ist ein wunderbares Reiseziel für den Sommer. Die langen Mittsommernächte muss man einfach einmal miterlebt haben! Was nicht unterschätzt werden darf sind die weiten Distanzen und die Mücken. Viele, die schon einmal in Schweden waren, behaupten im August wären weniger Mücken im Umlauf. Anscheinend hilft da nur ein Mückenabwehrgerät von Thermacell. Hätten wir vor unserer Schwedenreise von dieser Wunderwaffe gewusst, wär uns sehr geholfen gewesen. Mückenabwehr

Des weiteren wird in Schweden mit Karte gezahlt. Eine Kredit Karte ist laut mir unumgänglich. Zu empfehlen ist auch mit dem guten Wetter zu fahren, so fern man flexibel ist und nicht schon einen Campingplatz im voraus gebucht hat. Schweden ist so groß, da kann es gut sein dass es im Süden schön ist und im Norden kalt und nass. Oder umgekehrt!

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